Die Art und Weise, wie wir uns bei digitalen Diensten anmelden, steht vor einem der wichtigsten Sicherheitswechsel der letzten Jahre. Microsoft hat eine klare Ansage gemacht: Die traditionellen Methoden der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) per SMS oder Telefonanruf haben ausgedient. Bis Februar 2027 wird Microsoft diese Verfahren vollständig einstellen und durch moderne, phishing-resistente Technologien ersetzen.

Für Unternehmen bedeutet dies nicht nur ein technisches Update, sondern eine zwingende Notwendigkeit, die eigene Sicherheitsstrategie sofort zu überprüfen. Die Zehnder & Hurter AG erklärt, was auf Sie zukommt und warum jetzt der richtige Zeitpunkt für die Umstellung ist.


Cyberkriminelle werden immer professioneller. Während ein Passwort allein heute kaum noch als sicher gilt, bieten auch SMS-Codes oder Bestätigungsanrufe keinen ausreichenden Schutz mehr gegen moderne Phishing-Angriffe. Angreifer können diese Signale abfangen oder Nutzer durch gefälschte Login-Seiten zur Eingabe der Codes manipulieren („MFA-Fatigue“ oder Real-Time-Phishing).

Microsoft reagiert darauf mit dem Wechsel zu Passkeys. Diese basieren auf moderner Kryptografie und gelten aktuell als Goldstandard für Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit. Ein Passkey ersetzt die Kombination aus Passwort und SMS-Code durch eine direkte, gerätegebundene Verifikation.


Passkeys basieren auf modernen Webstandards wie FIDO2 und WebAuthn.
Ein Passkey ist ein digitaler Schlüssel, der sicher auf Ihrem Gerät oder einem Hardware-Token gespeichert ist. Die Anmeldung erfolgt nicht mehr durch das Eintippen eines Codes, sondern durch eine biometrische oder geräteseitige Bestätigung.

Mögliche Methoden sind:

  • Fingerabdruck oder Gesichtserkennung (Biometrie)
  • Die PIN Ihres Geräts
  • Die Microsoft Authenticator App (Push-Benachrichtigung)
  • FIDO2 Security Keys (physische Hardware-Schlüssel)

Dies macht den Login-Prozess nicht nur sicherer, da die Daten das Gerät nie verlassen, sondern oft auch schneller und komfortabler für die Mitarbeitenden.


Microsoft hat einen verbindlichen Fahrplan für die Abschaltung der alten Methoden kommuniziert. Unternehmen sollten diese Fristen ernst nehmen, um Betriebsunterbrüche zu vermeiden.

Ab 1. September 2026: Die Aufforderung

Benutzer, die aktuell noch SMS oder Telefonanrufe als zweite Faktor verwenden, werden von Microsoft aktiv aufgefordert, einen Passkey einzurichten. In dieser Phase kann die Registrierung zwar noch verschoben werden, aber der Druck steigt.

Ab 1. Februar 2027: Das Ende der SMS-Authentifizierung

An diesem Stichtag stellt Microsoft die eigene SMS- und Telefon-Authentifizierung vollständig ein. Wer bis dahin keine alternative Methode wie einen Passkey, die Authenticator App oder einen FIDO2-Key registriert hat, kann sich nicht mehr anmelden. Der Zugang zu Microsoft 365 wäre blockiert.


Eine häufige Frage in diesem Zusammenhang ist: „Müssen wir alles neu machen, wenn wir bereits 2FA nutzen?“ Die Antwort ist differenziert.

Gute Nachrichten für Nutzer der Microsoft Authenticator App und TOTP: Wenn Sie bereits die Microsoft Authenticator App (Push-Verfahren) oder TOTP-Einmalcodes (Time-based One-Time Password, z. B. via Passwort-Manager oder Apps) nutzen, sind Sie auf der sicheren Seite. Diese Methoden bleiben auch nach Februar 2027 ohne Einschränkungen gültig. Sie gelten als sicherer als SMS und werden von Microsoft weiterhin voll unterstützt. Es besteht für diese Nutzergruppen kein akuter Handlungsdruck zur Umstellung auf Passkeys, obwohl Passkeys langfristig den höchsten Komfort bieten.

Die Rolle von FIDO2-Hardware-Keys: Für Unternehmen mit hohen Sicherheitsanforderungen oder spezifischen Szenarien, wie dem Zugriff auf Remote Desktop Cloud Server (RDP), bieten sich physische FIDO2-Hardware-Keys (wie z. B. YubiKeys) an. Diese Schlüssel erfüllen zwei Zwecke gleichzeitig:

  1. Sie sichern den Zugriff auf Microsoft 365 phishing-resistent ab.
  2. Sie können für die Windows-Anmeldung auf Remote-Servern genutzt werden.

Ob Sie sich für eine App-Lösung, TOTP oder einen physischen FIDO2-Key entscheiden, hängt stark von den Bedürfnissen Ihrer Mitarbeitenden und Ihrer IT-Infrastruktur ab. Jeder MFA-Schutz ist besser als keiner – ob via App oder Hardware-Key. Entscheidend ist, dass die gewählte Methode von den Anwendern akzeptiert und korrekt genutzt wird.


Warten Sie nicht bis 2027. Eine frühzeitige Planung macht die Umstellung reibungsloser. Die Zehnder & Hurter AG empfiehlt folgende Schritte zur Überprüfung Ihrer Microsoft 365-Umgebung:

  1. Bestandsaufnahme: Wer nutzt im Unternehmen noch SMS-Codes oder Telefonanrufe für MFA?
  2. Technologie-Check: Sind Passkeys, Windows Hello for Business oder FIDO2-Keys bereits aktiviert oder technisch möglich?
  3. Kommunikation: Müssen Ihre Mitarbeitenden über die bevorstehenden Änderungen und neuen Anmeldeverfahren informiert werden?
  4. Schulung: Braucht es eine kurze Einweisung, um die Akzeptanz für neue Methoden wie biometrische Anmeldung zu erhöhen?

Die Umstellung auf eine moderne, phishing-resistente Authentifizierung ist ein wichtiger Meilenstein für Ihre IT-Sicherheit. Die Spezialisten der Zehnder & Hurter AG stehen Ihnen dabei zur Seite.

Wir unterstützen Sie gerne bei:

  • Der detaillierten Analyse Ihrer aktuellen MFA-Konfiguration.
  • Der strategischen Einführung von Passkeys oder FIDO2-Lösungen.
  • Der Erstellung von Kommunikationskonzepten für Ihre Belegschaft.
  • Der Schulung Ihrer Mitarbeitenden im sicheren Umgang mit neuen Anmeldeverfahren.

Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess. Lassen Sie uns gemeinsam sicherstellen, dass Ihr Unternehmen auch nach 2027 reibungslos und geschützt arbeitet.

Kontaktieren Sie unser Microsoft-Team bei der Zehnder & Hurter AG. Wir analysieren Ihre Situation und finden die passende Lösung für Ihre Infrastruktur.